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Waschgarnitur Olbrich von Villeroy & Boch
 
 

Waschgarnitur Olbrich von Villeroy & Boch

Künstler Olbrich, Joseph Maria

Artikel-Nr.: A10198

 

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450,00 € *
 
 
 
 
 

Produktinformationen "Waschgarnitur Olbrich von Villeroy & Boch"

Zweiteilige Waschgarnitur, bestehend aus Kanne und Schüssel, hergestellt von der Steingutfabrik Villeroy & Boch, um 1908. Entwurf Joseph Maria Olbrich (Troppau 1867 - 1908 Düsseldorf).

Steingutscherben, glasiert. Boden bez.: Olbrich, glatt Nr. 1497.  Fabrikmarke Steingutfabrik Villeroy & Boch.

Schüssel mit umlaufendem Blumendekor. Durchmesser 400 mm, Höhe 130 mm.

Krug mit umlaufendem Blumendekor und einzelnen Blüten, zum Ausguss hin eingezogener Umfang. Unterer Durchmesser 190 mm, Höhe 290 mm.

Die Waschgarnitur ist in einem dem Alter entsprechenden guten Zustand. Ein Chip an der Oberkante der Schüssel (siehe Foto) und ein sternförmiger Sprung in der Glasur des Bodens.

 

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Künstler-Beschreibung "Olbrich, Joseph Maria "

Der Architekt, Designer und Grafiker Joseph Maria Olbrich studiert von 1882 - 1886 an der Staatsgewerbeschule in Wien Architektur. Nach seinem Abschluss kehrt er kurzzeitig in seinen Geburtsort Troppau (heute Oppava, Tschechische Republik) zurück und arbeitet als Bauzeichner. Ab 1890 ist er wieder in Wien und studiert bis 1893 an der Akademie der Bildenden Künste als Schüler von Karl von Hasenauer. Er gewinnt mit seinen Studienentwürfen mehrere Preise, so auch den Rom-Preis der Akademie.

Joseph Maria Olbrich arbeitet ab 1893 im Büro von Otto Wagner, der ihn sehr schätzt. Neben Koloman Moser, Josef Hoffmann, Otto Wagner und Gustav Klimt gehört Olbrich zu den Mitbegründern der "Wiener Secession" (1897), einer als Protest der Künstler gegen den akademischen Kunstbetrieb sich abspaltenden Gruppierung, wie es sie auch in Berlin (1892) und München (1893) am Ende des 19, Jahrhudnerts gibt. Olbrich beteiligt sich an der Gestaltung ihrer Zeitschrift "Ver Sacrum".

Die Künstler der Wiener Secession wollen für sich ein eigenes Ausstellungsgebäude, in dem sie ihre Arbeiten zeigen können. Sie beauftragen Joseph Maria Olbrich mit Entwurf und Planung, er erhält damit seinen ersten großen Auftrag. 1899 wird Olbrich von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt nach Darmstadt gerufen. Der Großherzog plant eine Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe zur umfassenden Neugestaltung der praktischen, geistigen und ästhetischen Lebensbedingungen für den Menschen. Er ist begeistert von den neuen Tendenzen in der Kunst, reist oft nach Wien und kennt durch seine familiären Bindungen auch die Arts-&-Crafts-Bewegung in England.

Zwischen beiden Männern entsteht eine Freundschaft. Olbrich siedelt nach Darmstadt über, er ist von Anfang an der führende Kopf der Künstler der Kolonie. Als einziger Architekt entwirft Joseph Maria Olbrich alle Gebäude bis auf eines: Peter Behrens, der sich ursprünglich als Maler und Grafiker betätigt, enwirft sein Wohnhaus selbst.

Olbrichs heterogener, teils fortschrittlicher, teils historisierender Stil kommt am besten in der Architktur zum Ausdruck, die er als Gesamtkunstwerk auffasst. 1907 ist Joseph Maria Olbrich neben Peter Behrens, Peter Bruckmann, Fritz Schumacher, Richard Riemerschmidt und Hermann Muthesius Mitbegründer des Deutschen Werkbunds. Ebenfalls 1907 gründet Olbrich in Düsseldorf ein eigenes Büro und beginnt mit dem Entwurf für das Kaufhaus Tietz (1909 fertig gestellt). Olbirch entwirft zahlreiche Möbel (für Gebrüder Schöndorff), Zimmereinrichtungen, Kunstgewerbeartikel, Stickereien, Gläser, Bestecke (für WMF und Eduard Hueck) sowie Karamik (für die Wächtersbacher Steingutfabrik und Villeroy & Boch). Seine Arbeiten sind funktionell und formschön zugleich.

Joseph Maria Olbrich stirbt jung mit 41 Jahren an Leukämie.

 
 
Eberhard Viegener

110,00 € *

 
 

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